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Persönliches Engagement mit situativer Begleitung

Stadtpark Chur

Ich bin regelmässig, in der Regel samstags, im Umfeld der offenen Drogenszene in Chur präsent. Der Ausgangspunkt ist keine Projektidee, sondern eine bewusste, wiederkehrende Entscheidung, an diesem Ort zu sein.

Wer sich in diesem Umfeld bewegt, sieht schnell, wie oft Menschen dort übersehen werden. Nicht aus böser Absicht, sondern weil es einfacher ist, wegzuschauen als hinzusehen. Genau das wollte ich nicht tun.

Meine Haltung dabei ist einfach zu benennen und schwerer durchzuhalten: da sein, zuhören, hinsehen, wahrnehmen und die Würde jedes Menschen respektieren. Nicht als Retter, der eine Lösung mitbringt, sondern als Mensch unter Menschen. Das bedeutet konkret, ohne fertige Ratschläge zu kommen und zuerst zuzuhören, bevor irgendetwas vorgeschlagen wird.

Konkret sieht das so aus, dass ich vor Ort bin, Gespräche entstehen lasse und präsent bleibe, auch wenn daraus an einem bestimmten Tag nichts Konkretes folgt. Aus dieser wiederkehrenden Präsenz entstehen immer wieder individuelle Begleitungen, etwa bei der Arbeitssuche, in persönlichen Krisen, bei familiären Fragen oder auf der Suche nach einem nächsten Schritt. Diese Begleitungen ergeben sich aus der Situation heraus, sie sind nicht von vornherein geplant.

Was ich aus diesen Begegnungen mitnehme, lässt sich nicht in Resultaten messen. Es zeigt mir immer wieder, wie viel blosses Dasein bewirken kann, bevor überhaupt von Lösungen die Rede ist, und wie sehr Respekt und Verantwortung zusammengehören, unabhängig vom Umfeld.

Deshalb bleibe ich an diesem Ort präsent. Es ist kein Projekt mit einem Enddatum, sondern eine Haltung, die ich auch in meiner beruflichen Arbeit nicht ablege.

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