Amt für angewandte Projektvernunft · Kapitel 11 von 12
Das Mandat: Anspruchsvolle Projekte wirksamer machen
Kein Standardprogramm für jedes Projekt, sondern Seniorität dort, wo sie wirklich einen Unterschied macht.
Wir arbeiten für anspruchsvolle, komplexe oder kritische Projektsituationen. Nicht jedes Projekt braucht uns. Wenn ein Standardansatz genügt oder die Aufgabe intern genauso gut gelöst werden kann, sind wir nicht die Richtigen. Wir arbeiten dort, wo Erfahrung, Urteilskraft, Führungsfähigkeit und konsequente Umsetzung einen erkennbaren zusätzlichen Wert schaffen.
Dabei beginnen wir nicht mit der Annahme, dass bei Ihnen etwas kaputt ist. Wir treffen auf kompetente Menschen und auf Organisationen, in denen bereits vieles funktioniert. Unser Beitrag besteht darin, vorhandene Stärke zu verstärken, blinde Flecken sichtbar zu machen, Entscheidungen zu schärfen und anspruchsvolle Vorhaben auf ein höheres Wirksamkeitsniveau zu bringen.
Was ein Mandat auszeichnet
Ein passendes Mandat ist fachlich oder führungsseitig anspruchsvoll genug, dass zusätzliche Seniorität gerechtfertigt ist. Es kann unter Druck stehen, muss es aber nicht. Entscheidend ist, dass Klarheit, Führbarkeit, Entscheidungen, Stakeholder, Abhängigkeiten oder Umsetzung so anspruchsvoll sind, dass ein erfahrener Sparringspartner einen Unterschied macht.
Wir arbeiten nicht als Reparaturbetrieb. Ein Projekt darf bereits gut geführt sein. Wie im Spitzensport kann zusätzliche Begleitung gerade dann sinnvoll sein, wenn gute Leute noch besser werden wollen.
Unsere Arbeit ist radikal ehrlich. Radikal bedeutet für uns, bis an die Wurzel einer Situation zu gehen. Wir benennen relevante Beobachtungen, Risiken, Widersprüche und Konsequenzen klar. Das geschieht respektvoll und ohne Menschen herabzusetzen.
Radikale Klarheit bedeutet nicht automatisch radikale Veränderung. Ein bewusstes „Wir lassen das so“ kann ein gutes Ergebnis sein, wenn die Folgen verstanden und getragen werden. Unser Job ist nicht, möglichst viel Veränderung zu erzeugen, sondern bessere Entscheidungen zu ermöglichen.
Wir verstehen uns als Sparringspartner und Befähiger. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Leistung, aber nicht die Führungsverantwortung unserer Auftraggeber. Entscheidungen, die an Führung gebunden sind, bleiben dort, wo sie hingehören.
Wir wählen Mandate bewusst aus. Geld allein macht ein Projekt nicht passend. Ist die Aufgabe zu einfach, zu standardisiert oder zu wenig herausfordernd, lehnen wir sie ab.
Das Ziel bleibt immer dasselbe: Das Vorhaben soll nach unserer Arbeit klarer, führbarer und wirksamer sein, und die Organisation soll mit mehr eigener Fähigkeit zurückbleiben als vorher.
Was wir voraussetzen
Wir arbeiten nur mit Auftraggebern und Führungspersonen, die bereit sind, hinzuschauen, Spannungen auszuhalten, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Fehlt diese Bereitschaft, nehmen wir das Mandat nicht an. Wir kommen nicht, um fehlende Führungsbereitschaft zu kompensieren oder schwierige Entscheidungen dauerhaft an uns zu ziehen.
Was das Amt nicht ist
Diese Grenzen gehören zum Leistungsversprechen. Sie gelten im Gespräch, in der Kommunikation und in jedem späteren Angebot.
- Keine Commodity-Leistung und kein beliebiges Projektmanagement auf Zeit.
- Keine Methodenschulungen, keine Zertifizierungsvorbereitung und keine Methodenimplementierung als eigenes Produkt. Methodenkompetenz ist Hintergrundwissen, nicht das Angebot.
- Keine kostenlosen oder künstlich günstigen Checks, Assessments oder Potenzialanalysen als Türöffner für spätere Beratung.
- Keine Lockpreise oder Rabatte als Vertriebsmechanismus. Jede Leistung muss von Anfang an einen eigenständigen wirtschaftlichen Wert haben.
- Keine Mandate nur deshalb, weil Budget vorhanden ist. Ist die Aufgabe zu wenig anspruchsvoll, lehnen wir sie ab.
- Kein Ersatz für Ihre Führungsverantwortung. Vorbereitung kann delegiert werden, die entscheidende Verantwortung nicht.
- Kein Hersteller von Kultur. Das Amt setzt eine im Grundsatz tragfähige Kultur sowie Konflikt- und Entscheidungsfähigkeit voraus.
- Keine Garantie für Projekterfolg unabhängig von Führung, Mitwirkung, Rahmenbedingungen und Umsetzung.
- Keine künstliche Abhängigkeit. Ein Folgeprojekt ist nur sinnvoll, wenn nach Abschluss ein eigenständiger neuer Bedarf besteht.
- Keine umfassende Wissensmanagement-Lösung für das gesamte Unternehmen. Der Fokus liegt auf den Führungs- und Steuerungsinformationen, die ein Vorhaben nachvollziehbar und führbar machen.
- Keine Software und kein einzelnes Tool. Technologie ist nur dann Teil der Lösung, wenn sie für die konkrete Situation sinnvoll ist.
- Kein beliebiges Domänenwissen. Wo tiefes Fachwissen erforderlich ist, arbeiten wir nur dort allein, wo die notwendige Erfahrung vorhanden ist, oder ziehen passende Spezialisten bei.
Wir kommen, das Wissen bleibt
Wissenstransfer und Exit sind keine Nacharbeiten, sondern Teil des Mandats. Vorgehen, Entscheidungslogik, relevante Dokumentation und gewonnene Erkenntnisse sollen bei Ihnen bleiben. Unser Mandat ist dann erfolgreich, wenn Sie uns danach weniger brauchen als vorher.
Klärung ist Arbeit, kein Köder
Wenn eine Situation zuerst geklärt werden muss, ist diese Klärung selbst eine vollwertige, bezahlte Leistung. Sie dient nicht dazu, möglichst schnell das nächste Projekt zu verkaufen. Ein gutes Ergebnis kann auch lauten, dass im Moment nichts weiter zu tun ist, dass Sie selbst weiterarbeiten oder dass ein anderer Spezialist besser passt. Folgeleistungen entstehen nur aus einem eigenständigen, tatsächlich erkannten Bedarf.
Domänenwissen und Ergänzung
Für anspruchsvolle Projektarbeit halten wir Domänenwissen für relevant. Unsere eigene Erfahrungsbasis ergibt sich aus realen Projekten und wird genutzt, um passende Mandate auszuwählen. Wir kommunizieren deshalb keine künstlich enge Branchenpositionierung, übernehmen aber auch keine fachlich beliebigen Vorhaben. Wo zusätzliche Spezialexpertise nötig ist, können geeignete Personen aus unserem Netzwerk beigezogen werden. Deren Leistungsfelder werden dadurch nicht zu Leistungsfeldern des Amts.
Wir kommen, das Wissen bleibt. Wir sind gekommen, um zu gehen.
Ein erstes Gespräch dient dem Kennenlernen und der Orientierung. Es ist kein kostenloser Check und keine Analyse Ihrer Organisation. Wenn eine Situation zuerst geklärt werden muss, ist diese Klärung eine vollwertige, bezahlte Leistung.