Amt für angewandte Projektvernunft · Kapitel 9 von 12
Wissen, das bleibt
Zwei Dinge trennen sich hier sauber: was delegierbar ist, und was wir mit Wissen tun und was nicht.
Wissen in Köpfen ist ein vermeidbares Risiko
Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen dem, was eine Person weiss, und dem, was die Organisation weiss. Solange Wissen nur in Köpfen liegt, verlässt es das Haus, sobald ein Kopf es verlässt. Für eine Organisation ist das kein Pech, sondern ein vermeidbares Risiko, und es zu mindern gehört zur Führungsaufgabe.
Was delegierbar ist, und was nicht
Hier lohnt eine feine, aber wichtige Unterscheidung, die oft verwischt wird. Die Klärung selbst, also das Erarbeiten der Grundlagen, das Aufbereiten von Informationen, das Ausarbeiten von Vorschlägen, all das kann und soll delegiert werden. Niemand erwartet von der Führung, dass sie jede Grundlage eigenhändig zusammenträgt. Was sich nicht delegieren lässt, sind die Entscheidungen, die an der Führungsverantwortung hängen.
Die Vorbereitung darf in viele Hände, das Entscheiden bleibt bei der Führung. Diese Grenze sauber zu ziehen, entlastet und schützt zugleich.
Was wir mit projektbezogenen Informationen tun, und was nicht
Wir strukturieren und unterstützen die Dokumentation derjenigen Informationen und Unterlagen, die für Projektführung und Projektsteuerung benötigt werden. Dazu stellen wir geeignete Projektvorlagen, Checklisten und Strukturen bereit. Auf Wunsch lassen sich Vorgehen, Rollen, Vorlagen und Checklisten in einem digitalen Projekthandbuch der Organisation bündeln.
Wir legen jedoch nicht allgemein fest, wo sämtliche Projektinformationen oder Projektergebnisse dokumentiert werden. Fachliche Projektergebnisse können weiterhin in den dafür vorgesehenen Systemen, Ablagen und Werkzeugen geführt werden.
Damit bleibt die Grenze klar: Das Amt ist nicht der zentrale Ablageort für alle Projektinformationen und keine umfassende Wissensmanagement-Lösung für das gesamte Unternehmen. Sein Fokus liegt auf den Führungs- und Steuerungsinformationen, die Projekte für die Organisation nachvollziehbar und führbar machen.
Wie weit eine Organisation damit schon ist, vom personenabhängigen bis zum selbstlernenden Umgang mit Wissen, zeigt der Reifegrad in Kapitel 7.