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Business Analyse

Unsicherheit ist eine Information

Nicht zu wissen ist auch ein Zustand – und einer, der offen behandelt werden sollte, nicht versteckt.

In vielen Berichten sehen alle Zahlen gleich sicher aus. Das ist bequem zu lesen, aber falsch. Nicht jede Information hat denselben Status.

Sechs Zustände, die selten unterschieden werden

Eine Information kann bekannt sein – belegt und aktuell. Sie kann unbekannt sein – schlicht noch nicht erhoben. Sie kann unbestätigt sein – eine Vermutung, die noch geprüft werden muss. Sie kann veraltet sein – einmal richtig, aber seither nicht mehr überprüft. Sie kann widersprüchlich sein – zwei Quellen sagen Unterschiedliches. Und sie kann schlicht nicht verfügbar sein – niemand hat aktuell Zugriff darauf.

Warum Scheingenauigkeit gefährlich ist

Wenn eine unbestätigte Zahl wie eine bekannte Tatsache präsentiert wird, entsteht eine Entscheidung auf falscher Grundlage – ohne dass das jemandem auffällt, bis es zu spät ist.

Besonders in Führung, in der Verwaltung, in regulierten Umfeldern und bei komplexen Entscheidungen wiegt das schwer. Dort zählt Nachvollziehbarkeit – und Nachvollziehbarkeit setzt voraus, dass der tatsächliche Status einer Information sichtbar bleibt.

Unsicherheit sichtbar machen statt sie zu glätten

Der bessere Weg ist nicht mehr Scheingenauigkeit, sondern die Unsicherheit selbst als Information zu behandeln. «Das wissen wir nicht sicher» ist keine Schwäche in einem Bericht. Es ist eine Aussage, die genauso wertvoll sein kann wie ein bestätigter Fakt – solange sie ehrlich benannt wird.

Wer den Unterschied zwischen bekannt und vermutet offen zeigt, trifft am Ende robustere Entscheidungen – weil er weiss, worauf er sich tatsächlich verlässt.

Eine offen benannte Unsicherheit ist keine Schwäche. Eine versteckte ist eine.

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