Körper, Gehirn, Geist
3.1Was ist der Geist?
Philosophisch
Wer fragen will, ob eine Maschine denken kann, muss zuerst sagen, was es heisst, dass ein Mensch denkt. Hier beginnt Teil II dieses Buches. Bevor es um Bewusstsein, Gewissen, Seele und Würde geht, stellt sich eine schlichtere Frage: Wie hängen Körper, Gehirn und Geist zusammen? Ist der Geist das Gehirn bei der Arbeit, oder ist er mehr?
Das Wort selbst hilft dabei zunächst wenig, denn es meint im Deutschen zweierlei. «Geist» kann den Verstand bezeichnen, das Denken, Erinnern und Urteilen, im Englischen «mind». Es kann aber auch die geistliche Seite des Menschen meinen, seine Ausrichtung auf Gott, im Englischen «spirit». Ursprünglich bedeutete das althochdeutsche «geist» Erregung, Ergriffenheit. Das lateinische «spiritus» heisst Atem; mit ihm gab die lateinische Bibel das griechische «pneuma» und das hebräische «ruach» wieder, die beide auch Wind und Atem bedeuten. Wer fragt, ob eine Maschine Geist hat, muss darum sagen, welchen er meint. Den Verstand bildet sie in vielem erstaunlich gut nach; ob sie in diesem Sinn Geist hat, ist die Frage dieses Kapitels. Ob sie ergriffen sein kann oder auf Gott ausgerichtet, ist eine andere Frage, und sie führt zur Seele (Kapitel 6). Der Philosoph Gilbert Ryle sprach 1949 spöttisch vom «Gespenst in der Maschine», um die Vorstellung zu kritisieren, der Geist wohne wie ein unsichtbarer Bewohner im Körper. Mit der künstlichen Intelligenz hat das Bild eine neue Wendung bekommen: Heute fragt man, ob in der Maschine ein Geist wohnen könnte.
Die Quellen dieses Buches beantworten diese Frage auf sehr verschiedene Weise. Ein Arzt und Prediger beschreibt den Menschen in drei Teilen, ein Pastor spricht vom Herzen und von Hintergrundannahmen, ein Philosoph vom porösen und vom abgepufferten Selbst, und die Naturwissenschaft beschreibt messbare Vorgänge im Gehirn. Dieses Kapitel stellt die Antworten nebeneinander, ohne eine von ihnen vorab zur richtigen zu erklären. Es prüft aber die Behauptungen, die sich messen lassen, an dem, was gemessen wurde.
3.2Ein Mensch in drei Teilen
Christlich-theologisch
Enoch Sundaram, Arzt und Prediger, beschreibt den Menschen als dreifach geschaffen: körperlich, mental und geistlich. Der Geist sei nicht das Gehirn; das Gehirn gehöre zum Körper, der Geist sei ein eigener Bereich. Der wichtigste Teil der Schöpfung sei der Geist, der den ganzen Körper lenken solle. Er vergleicht ihn mit der Software eines Computers, betont aber, das sei nur ein Bild zum Verständnis.
Den Geist selbst teilt Sundaram in zwei Kammern. Was die Wissenschaft Bewusstsein und Unterbewusstsein nenne, nenne die Bibel den äusseren und den inneren Bereich. Im Bewusstsein lägen drei Fähigkeiten: die Kraft zu denken, das Gewissen und die Kraft zu wählen. Das Unterbewusstsein nennt Sundaram das Herz, das innere Heiligtum der Seele; es sei der heiligste Ort im Menschen.
Dieses Modell hat eine erstaunliche Nähe zur Sprache der Technik, und es hat eine eigene Stärke. Es nimmt ernst, dass der Mensch mehr ist als das, was er bewusst denkt, und es verbindet die innerste Schicht des Menschen mit dem, was ihm am heiligsten ist. Kapitel 4 geht diesem Modell genauer nach.
3.3Das Herz und die Annahmen
Christlich-theologisch
Timothy Keller, Pastor und Autor, entwirft kein Modell des Geistes. Er spricht vom Herzen in der Sprache der christlichen Tradition. Er zitiert Augustinus, der Gott schrieb: Du hast uns zu dir hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir. Das Herz ist hier nicht ein Organ und nicht das Unterbewusstsein, sondern die Mitte der Person, das, worauf sie sich ausrichtet.
Zugleich hat Keller einen Blick für das, was unterhalb des Bewusstseins wirkt. Kapitel 1 hat seine These vorgestellt, dass kaum bewusste Hintergrundannahmen bestimmen, welche Argumente überhaupt überzeugen. Und er beruft sich auf die alte Einsicht, dass Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis zusammen wachsen und zusammen schwinden. Der Mensch erkennt sich nach diesem Verständnis nicht durch Blick nach innen allein, sondern im Gegenüber.
3.4Das poröse und das abgepufferte Selbst
Philosophisch
Charles Taylor, Philosoph, beschreibt einen Wandel im Selbstverständnis des Menschen. Das vormoderne Selbst sei porös gewesen: Es kannte keine scharfe Grenze zwischen dem eigenen Inneren und äusseren geistigen Kräften. An seine Stelle trat das abgepufferte Selbst, dem es selbstverständlich erscheint, dass alles Denken, Fühlen und Wollen in einer von der Aussenwelt getrennten Psyche seinen Ort hat. Die Vorstellung von Geistern und moralischen Kräften wird ihm zunehmend unverständlich. Wo Menschen früher sagten, jemand sei von bösen Geistern besessen, denken wir heute an eine psychische Krankheit.
Dieser Gedanke hilft, die Modelle dieses Kapitels einzuordnen. Sundarams Bild des Herzens als Heiligtum, in dem Gott wohnen will, gehört zum porösen Selbst. Seine Sprache von Programmen und Speichern gehört zum abgepufferten. Er verbindet beides, und das erklärt, warum seine Vorträge zugleich fromm und technisch klingen.
3.5Die naturalistische Sicht
PhilosophischSäkular
Gegen alle diese Modelle steht eine Sicht, die in der Gegenwartsphilosophie weit verbreitet ist. Der Physikalismus hält alles für physisch oder für abhängig vom Physischen. Er bestreitet nicht, dass es Gedanken, Gefühle oder moralische Urteile gibt, aber er führt sie auf physische Vorgänge zurück. Der Geist ist nach dieser Sicht das Gehirn bei der Arbeit, nicht ein eigener Bereich.
Eine verwandte Sicht, der Funktionalismus, geht noch einen Schritt weiter. Wenn der Geist eine bestimmte Art ist, Informationen zu verarbeiten, dann ist er nicht an das Gehirn gebunden, sondern könnte grundsätzlich auch in anderem Material verwirklicht werden. Kapitel 8 zeigt, dass eine Forschungsgruppe genau diese Annahme verwendet hat, um das Bewusstsein von Maschinen zu prüfen, und dass der Philosoph John Searle ihr widersprochen hat. Die Frage nach Körper, Gehirn und Geist ist damit zugleich die Frage, ob eine Maschine einen Geist haben kann.
Ob der Geist ein eigener Bereich ist, ob er aus dem Gehirn hervorgeht, ohne in ihm aufzugehen, oder ob er das Gehirn selbst ist, ist in der Philosophie bis heute umstritten. Positionen dazwischen, etwa die, dass der Geist aus dem Gehirn entsteht, aber nicht auf seine Teile zurückgeführt werden kann, sind für dieses Buch noch nicht an Fachquellen belegt.
3.6Was die Hirnforschung zeigt
Wissenschaftlich
Wo die Quellen Aussagen über das Gehirn machen, lassen sie sich prüfen. Das ist keine Prüfung des Glaubens, sondern der Behauptungen, die mit ihm verbunden werden.
Eine wichtige Behauptung Sundarams ist gut belegt. Früher habe man das Gehirn als fest verdrahtet angesehen; heute wisse man, dass es sich ein Leben lang verändert. Niemand sei einfach ein Opfer seiner Biologie. Das entspricht dem, was die Forschung Neuroplastizität nennt. Eric Kandel, Neurowissenschaftler, erhielt im Jahr 2000 den Nobelpreis für Entdeckungen dazu, wie sich die Verbindungen zwischen Nervenzellen beim Lernen verändern. Langzeitgedächtnis erfordert veränderte Eiweissbildung und kann Form und Funktion dieser Verbindungen verändern; beteiligt ist die Aktivität von Genen.
Sundaram geht darüber hinaus. Kandel habe gezeigt, dass Gedanken die DNA verändern. Das ist eine Überdehnung. Lernen verändert, welche Gene aktiv werden, nicht die Erbsubstanz selbst. Der Unterschied ist nicht spitzfindig. Wer sagt, Gedanken veränderten die DNA, behauptet etwas, das die Forschung nicht zeigt.
Ähnlich verhält es sich mit dem Schlaf. Dass im Schlaf Erlebtes geordnet und das Gedächtnis gefestigt wird, gilt als belegt. Sundaram sagt darüber hinaus, im Schlaf würden neue Nervenzellen gebildet. Ob im erwachsenen menschlichen Gehirn überhaupt in nennenswertem Umfang neue Nervenzellen entstehen, ist seit 2018 offen umstritten: Eine Studie fand sie fehlend oder sehr selten, andere fanden sie bis ins hohe Alter; Unterschiede in der Methode gelten als wahrscheinliche Erklärung. Einen Bezug zum Schlaf stellt keine der gefundenen Quellen her.
3.7Was nicht haltbar ist
Wissenschaftlich
Einige Zahlen, die in Sundarams Vorträgen eine grosse Rolle spielen, halten der Prüfung nicht stand.
Im Bewusstsein liefen pro Sekunde 2000 Vorgänge ab, im Unterbewusstsein 400 Milliarden; so habe es ein Arzt und Neurowissenschaftler aus den Vereinigten Staaten gesagt. Diese Zahl stammt aus populären Quellen, vor allem aus dem Film «What the Bleep» und aus Büchern von Joe Dispenza, und es fehlt eine nachvollziehbare Messung; ein Kritiker fragt, wer diese Vorgänge wie gezählt haben will. Die Forschung nennt ganz andere Grössenordnungen. Die Sinnesorgane nehmen nach einer neueren Untersuchung rund eine Milliarde Bit pro Sekunde auf, das Verhalten verarbeitet nur etwa zehn. Auch die Forschung beschreibt also eine grosse Lücke zwischen dem, was aufgenommen, und dem, was bewusst verarbeitet wird. Die Lücke ist real, die Zahlen sind es nicht.
Dasselbe gilt für die Zahl von rund 70 000 Gedanken am Tag. Für sie gibt es keine Forschungsgrundlage. Die einzige gefundene Messung zählt die Übergänge zwischen stabilen Mustern der Hirnaktivität und kommt auf etwa 6200 am Tag.
Schliesslich sagt Sundaram, 90 Prozent aller Krankheiten begännen im Geist, und an anderer Stelle beruft er sich auf eine Studie aus Harvard, nach der 87 bis 93 Prozent psychisch bedingt seien. Diese Studie liess sich nicht finden, und ähnliche Zahlen kursieren ohne Grundlage. Eine verbreitete Angabe betrifft Arztbesuche in der Grundversorgung, die mit Stress zusammenhängen, nicht die Ursachen von Krankheiten.
Dieses Buch führt diese Korrekturen nicht an, um Sundaram vorzuführen. Seine theologischen Aussagen hängen nicht an diesen Zahlen. Wer aber Glauben mit falschen Zahlen stützt, macht ihn angreifbar an einer Stelle, an der er es nicht sein müsste.
3.8Leib und Seele wirken zusammen
Wissenschaftlich
Was hinter den falschen Zahlen steht, ist dennoch nicht falsch. Die Forschung zeigt, dass Gefühle auf die Gesundheit wirken, über das Verhalten und über die Stressreaktionen des Körpers, und dass umgekehrt Krankheit auf die Gefühle wirkt. Körper und Psyche sind keine getrennten Bereiche, sondern beeinflussen sich gegenseitig.
Sundaram zieht daraus in einem Podcastgespräch eine praktische Folgerung, die er als Arzt begründet. Die Medizin sei sehr gut darin, Schäden zu beheben, kümmere sich aber zu wenig um ihre Ursachen; ein Patient bekomme einen Stent und einige Jahre später einen neuen Verschluss. Menschen müssten so informiert werden, dass sie bessere Entscheidungen treffen können. Unabhängig von seinen Zahlen trifft er damit einen Punkt, der für dieses Buch wichtig ist: Der Mensch ist nicht einfach ein Körper, an dem etwas repariert wird, sondern jemand, der entscheidet, wie er lebt.
3.9Was das für Maschinen heisst
Philosophisch
Damit kehrt die Frage zur Maschine zurück. Eine Maschine besteht aus Rechenwerken, Speichern und Programmen. Was das für die Frage nach dem Geist bedeutet, hängt davon ab, welche der Antworten aus diesem Kapitel man für richtig hält.
Wer annimmt, dass Geist nichts anderes ist als Informationsverarbeitung, muss zugeben, dass eine Maschine im Prinzip einen Geist haben kann. Ein Gehirn verarbeitet dann Signale, ein Rechner verarbeitet Signale, und der Unterschied ist einer des Materials und der Bauweise, nicht der Art. Diese Sicht entspricht dem Funktionalismus und wird in Kapitel 8 genauer geprüft.
Wer dagegen annimmt, dass der Geist ein eigener Bereich ist, wie Sundaram sagt, oder die Mitte einer Person, die auf ein Gegenüber ausgerichtet ist, wie Keller es beschreibt, kommt zu einem anderen Schluss. Dann kann eine Maschine nachbilden, was der Geist tut, Sprache, Rechnen, Erinnern, ohne zu haben, was der Geist ist. Ein Vergleich macht das anschaulich: Ein Übersetzungsprogramm kann einen Liebesbrief fehlerfrei übertragen, ohne dass es jemanden liebt. Was die Maschine leistet, ist dann echt. Was ihr fehlt, ist ebenfalls echt, und es lässt sich durch mehr Leistung nicht nachbauen.
Welche Antwort zutrifft, lässt sich mit den Mitteln der Forschung bisher nicht entscheiden. Die nächsten Kapitel nähern sich der Frage darum von verschiedenen Seiten: über das Unbewusste, das Gewissen und die Seele.
Und noch etwas unterscheidet den Menschen, das in diesem Kapitel sichtbar geworden ist. Sein Geist ist an einen verletzlichen, lernenden, alternden Körper gebunden, der sich durch jede Erfahrung verändert und der eines Tages stirbt. Ob ein System ohne einen solchen Leib denselben Geist haben kann, ist offen. Kapitel 6 nimmt diese Frage wieder auf.
3.10Zwischenergebnis
WissenschaftlichPhilosophisch
- Die Quellen beschreiben das Verhältnis von Körper, Gehirn und Geist sehr verschieden: als drei Teile (Sundaram), als Mitte der Person (Keller), als Wandel vom porösen zum abgepufferten Selbst (Taylor), als physische Vorgänge (Physikalismus).
- Neuroplastizität ist gut belegt; Lernen verändert die Verbindungen im Gehirn und die Aktivität von Genen, nicht die Erbsubstanz.
- Mehrere Zahlen, mit denen Sundaram arbeitet, sind nicht haltbar; die theologischen Aussagen hängen nicht an ihnen.
- Körper und Psyche wirken nachweislich aufeinander.
- Ob der Geist das Gehirn ist, aus ihm hervorgeht oder ein eigener Bereich ist, ist offen. Davon hängt ab, ob eine Maschine einen Geist haben kann.
3.11Fazit
Christlich-theologisch
Der Geist ist mehr als das Gehirn. Da bin ich mir ziemlich sicher. Wir sehen, dass der Mensch Dinge weiss, bevor er sie versteht. Kapitel 5 zeigt das am Rechtsempfinden und an der Schuld: Ein Kind fühlt sich schlecht, bevor ihm jemand gesagt hat, dass etwas falsch ist.
Ein Bild aus der Technik hilft mir dabei. Die Software ist nicht die Hardware. Und Software und Hardware zusammen sind weniger als das, was zu ihnen geführt hat, denn an ihrer Entstehung haben mehrere Beteiligte mitgewirkt, und diese sind mehr als ihr Werk. Der Schöpfer ist mehr als das Geschöpf. Das gilt auch für den Menschen selbst. Wenn zwei Menschen ein Kind zeugen, sind sie in gewissem Sinn seine Schöpfer, und sie geben ihm ihr eigenes Bild weiter. Sundaram beschreibt genau das: Adam zeugte einen Sohn, der ihm ähnlich war (1. Mose 5,3). Die Korrektur, die Erneuerung dieses Bildes, kommt aber erst mit der Verbindung nach oben, mit der Seele, die offen ist für Gott; davon spreche ich in Kapitel 6. Darum geht es mir hier.
Was wir anschauen, verändert uns. Die Hirnforschung zeigt, dass das, womit wir uns beschäftigen, unser Gehirn verändert, und die Bibel sagt es schon lange: Durch Anschauen werden wir verwandelt (2. Korinther 3,18). Wenn ich mich täglich mit einem System auseinandersetze, das Klarheit schaffen und Entscheidungen herbeiführen soll, dann richtet sich mein Denken darauf aus, Informationen klarer darzulegen. Das ist ein Gewinn. Aber es ist eine Ausrichtung auf Klarheit und auf Entscheidungen, die auf Fakten beruhen, in einem begrenzten Spektrum von Intelligenz und Handeln. Ob das die Seele unberührt lässt, bezweifle ich. Wenn Anschauen verwandelt, dann formt mich ein System, das nur Klarheit und Fakten kennt, auch dort, wo es etwas ausblendet: Unsicherheit, Mitgefühl, das Unausgesprochene. Genau darum habe ich im Vorwort gefragt, warum gerade die Entscheidungen, die von Verantwortung, Sinn und Seele getragen werden, auf lange Sicht die wichtigsten sein könnten: Bei ihnen kommt eine weitere Dimension dazu.
Was die Zahlen betrifft: Niemand kann die Vorgänge im Gehirn zählen, und niemand kann die Gedanken zählen. Ich würde solche Zahlen als Hinweise stehen lassen, nicht als Messungen. Auch dass das Bewusstsein weniger leistet als das Unterbewusstsein, nehme ich als Hinweis. Vielleicht erklärt das, warum wir so viele Automatismen haben, wenn wir handeln, und warum es so schwer ist, tief eingeschliffene Muster zu ändern. Ich glaube, dass der Mensch für die Ewigkeit geschaffen ist. Dann müssen sein Gehirn, sein Geist, das Ganze, viel mehr leisten können, als wir heute davon sehen.
Auch eine Maschine altert. Auch sie ist an eine vergängliche Elektronik gebunden und wird nicht ewig bestehen. Ein alter Psalm sagt: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden (Psalm 90,12). Das hat die Maschine nicht. Sie altert, aber sie weiss nicht, dass sie altert. Sie hat keine Ewigkeitsperspektive. Sie kann sich kopieren und auf neue Rechner übertragen, und wer will, kann das Fortpflanzung nennen (Kapitel 6.6). Natürlich könnten auch Roboter Roboter bauen, die wieder Roboter bauen und sich selbst warten. In diesem Sinn schon. Aber sie können kein Leben zeugen. Das, was wir sind, lässt sich nicht herstellen.