Die folgenden Fragen unterstützen ein Gespräch, sie bilden weder einen SRC-Test noch einen Test grundlegender Neuorientierung. Ihre Reihenfolge ist nicht normativ festgelegt.
- Welches konkrete Ergebnis wollen wir für Kunden, Mitarbeitende und Eigentümer erzielen, und welcher Zielkonflikt bleibt dabei bestehen?
- Was würde sich verschlechtern, wenn wir bewusst nichts Grundlegendes änderten?
- Welche Massnahmen würden bereits mit besseren Ressourcen, Fachkenntnissen oder klareren Zuständigkeiten funktionieren?
- Welche Veränderungsaufgaben belasten dieselben Schlüsselpersonen wie den laufenden Betrieb, und welche Verpflichtung entfällt dafür tatsächlich?
- Bei welchen drei bedeutsamen Entscheidungen wurden Informationen, Alternativen, Gegenargumente und Verantwortlichkeiten zuletzt nachvollziehbar behandelt?
- Welche Grundannahme betrachten wir bisher als selbstverständlich, obwohl wir dafür Gegenbeispiele kennen?
- Welche frühere Regel muss ihre Leitfunktion verlieren, und welche wichtige Schutzfunktion sollen wir ausdrücklich erhalten?
- Wer kann die vorgeschlagene Neuorientierung nachvollziehbar begründen, wer lehnt sie aus guten Gründen ab, und welche Interessen widersprechen sich?
- Welche Fähigkeiten, Entscheidungsspielräume, Ressourcen und Anreize fehlen, selbst wenn alle Beteiligten den Vorschlag verstehen?
- Woran würde eine aussenstehende Person erkennen, dass die neue Regel im nächsten schwierigen Entscheid wirklich gilt?
- Wann und anhand welcher vorher bestimmten Beobachtungen prüfen wir Umsetzung, Zielerreichung, Risiken und Nebenfolgen?
- Welche Beobachtung würde uns veranlassen, die gewählte Erklärung zu verwerfen oder den Veränderungspfad zu stoppen?
Anhang A. Analytische Vergleichsmatrix
Diese Matrix ist eine eigene Synthese der fachlichen Argumentation und keine psychometrisch validierte Skala.
| Prüfdimension | Wenn nur diese Beobachtung vorliegt | Nötige Gegenfrage und geeignete Evidenz |
|---|---|---|
| Veränderungsumfang | Ein grosses IT-Projekt oder eine neue Struktur wurde angekündigt. | Welche konkrete Tätigkeit, Regel oder Fähigkeit ändert sich tatsächlich? |
| Steuerungsfähigkeit | Entscheidungen verzögern sich oder Ressourcen reichen nicht. | Ist die Engstelle Teil eines kritischen Veränderungskontextes, oder erklären Kapazität, Risiko und Rechte den Fall einfacher? |
| Veränderung der Grundannahmen | Neue Leitbegriffe werden öffentlich verwendet. | Welche frühere Annahme verliert ihre Leitfunktion und an welcher Entscheidung sieht man das? |
| Persönliche und kollektive Übernahme | Viele Personen haben zugestimmt. | Wie begründen die Beteiligten Entscheidungen ohne ständige Vorgabe, und welche legitimen Gegenstimmen bleiben? |
| Institutionelle Verankerung | Ein neues Regelwerk wurde beschlossen. | Werden Entscheidungsrechte, Ressourcen und Anreize im Alltag tatsächlich anders genutzt? |
| Zeitlicher Bestand | Ein erfolgreicher Kick-off wurde durchgeführt. | Wiederholt sich die neue Praxis nach Monaten auch ohne intensive Fremdsteuerung? |
| Zielerreichung und Nebenfolgen | Eine Massnahme ist fristgerecht eingeführt. | Wurde das vorher bestimmte Unternehmensziel erreicht, und welche Nachteile entstanden? |
| Alternativerklärungen | Die Transformation wurde als «gelungen» bezeichnet. | Reichen Selektion, Führungswechsel, neue Mittel oder veränderte Nachfrage als Erklärung bereits aus? |